Ehrfurcht schließt Essen nicht aus - Droht der Untergang des Abendlandes?

essenweit ich weiß, wurde dieses Motto von Albert Schweitzer geprägt.
>
Schweitzer war Vegetarier und zeigte seine Ehrfurcht im alltäglichen
> Leben, indem er darauf verzichtete, leidensfähige Lebewesen zu
> verzehren.
Und Albert Schweitzer war doch offensichtlich Christ, oder? Als
Theologe hat er dieses Motto aus der christlichen Lehre extrahiert.
> Der gewöhnliche Christ jedoch hat keine Ernährungsvorschriften.
> Die sächsischen Verfassungsverfasser haben also, wahrscheinlich aus
> Übereifer gepaart mit Unwissenheit, einen Passus in die sächsische
> Verfassung eingebaut, der pathetisch klingt, aber letztendlich auch
> einen konsequenten Tierschutz erfordert. Das war mit Sicherheit nicht
> das eigentliche Ziel.
Warum nicht? Es geht ja erstmal “nur” um den Bildungsauftrag, es ist
ja eben nicht die Verfassung (wie Du selbst schon gemerkt hast).
Außerdem: Um Ehrfurcht vor allem Lebendigen zu haben, muß man nicht
unbedingt Vegetarier sein. Zum Beispiel kann die Ehrfurcht darin zum
Ausdruck kommen, daß man den Tieren, deren Fleisch man später
verspeist, ein würdiges Leben zukommen läßt, anstatt sie vollkommen
zur Industrieware zu degradieren (siehe http://www.themeatrix.com).
Das Leben als Naturphänomen basiert doch bekanntlich auf ökologischen
Kreisläufen. Die einzigen Lebewesen, die nicht irgendwie zumindest
mittelbar vom Leben anderer Lebewesen zehren (bzw. auf deren Tod
angewiesen sind, dessen Eintreten nach einer bestimmten Frist aber
ohnehin gewiß ist), sind wahrscheinlich Algen.

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